Die Geschichte und Entwicklung der Mafia in Italien

Die Mafia ist ein komplexes Phänomen, das sich über mehrere Jahrhunderte entwickelt hat und tief in die italienische Gesellschaft verwurzelt ist. Ihre Wurzeln liegen im 19. Jahrhundert, als Sicily angeschoben wurde von der Armut und der Notlage vieler Menschen. In dieser Zeit bildeten sich Gruppen von Bauern und Arbeitern zusammen, um gemeinsam gegen die Bedingungen zu kämpfen. Sie waren zunächst nicht als Mafia bekannt, sondern als Mafia casino “Gesetze der Straße” oder “Schutzverbände”, deren Hauptaufgabe darin bestand, ihre Mitglieder vor Schaden durch ausländische oder unliebsame Kräfte zu schützen.

Die Frühphase: Die Anfänge des organisierten Verbrechens

In den 1860er und 1870er Jahren begannen einige dieser Gruppen, sich in der sizilianischen Landwirtschaft als Arbeitnehmervereine oder “Maschinenfabriken” zu organisieren. Sie unterstützten ihre Mitglieder bei Streiks, Arbeitskämpfen und anderen Protesten gegen die Unterdrückung durch Großgrundbesitzer und Regierungsstellen. In dieser Zeit begann auch der Aufbau eines Systems der Loyalität und des Fehlbekommmens (Kommission). Diese wurde zu einem wichtigen Teil ihrer Organisation und sollte sich in den folgenden Jahrzehnten weiterentwickeln.

Der Aufstieg zur Mafia

Ab Ende des 19. Jahrhunderts begannen die sizilianischen Verbände, auch andere Aktivitäten auszuüben. Sie waren nun nicht nur Schutzverbände mehr, sondern auch als organisierte Kriminalorganisationen bekannt. Einige ihrer wichtigsten Geschäfte lagen im Tabakhandel und in der Glücksspielindustrie, aber sie engagierten sich zunehmend auch in die Politik. Dieser Aufstieg zur Mafia war nicht nur durch innere Entwicklung, sondern wurde auch vom internationalen Kontext beeinflusst.

Die Rolle der politischen Umwelt

Italien erlebte Ende des 19. Jahrhunderts eine Welle der Industrialisierung und Urbanisierung. In dieser Zeit gab es große soziale Verwerfungen, aber die Mafia nutzte diese auch aus: Sie griffen in alle Aspekte der Gesellschaft ein, einschließlich des politischen Lebens.

Die Ausbreitung ins europäische Festland

Als Sizilianer sich zunehmend als Experten im organisierten Verbrechen etabliert hatten, begann die Mafia ihre Tätigkeiten auf das italienische Festland auszuweiten. Hier nutzten sie auch den Machtvakuum nach dem Zusammenbruch des faschistischen Regimes in Italien für sich.

Die Reorganisation der sizilianischen Cosa Nostra

1960 gründete Giuseppe “Joe the Boss” Bonanno in New York City das American-Italian Mafia, auch bekannt als die italoamerikanische Cosa Nostra oder das national-kriminelle Syndikat. Im selben Jahr richtete sich sein Stellvertreter Vito Genovese an der Spitze dieses Vereins auf.

Mafiasystem und Befehlsstruktur

Die wichtigste Struktur in diesem System sind die Commissione, auch bekannt als “Kurie” oder die fünf Familien von New York City (die Five Families). Diese Kommissionen wurden gegründet durch ein Bündnis zwischen den sizilianischen Cosa Nostra und verschiedenen italoamerikanischen Kriminalorganisationen aus der Vereinigten Staaten. Sie übernahmen auch andere kriminelles Geschäfte wie Drogenhandel, Prostitution sowie die Wahrnehmung politischer Interessen.

Kritisches Überdenken des Begriffes “Mafia”

Auch wenn das Konzept einer Mafia in Italien bekannt ist, wird es oft fachlich verwendet, um verschiedene kriminelle Organisationen zu beschreiben. Das heißt jedoch nicht, dass jede dieser Gruppen im gleichen Maße aus einem einzigen Organisations- oder Befehlsstruktur besteht. In manchen Fällen werden mehrere kleinere Organisationen als einzelne Mafiaorganisation zusammengefasst.

Das Verständnis der kulturellen Kontext

Mafioso sind oft mit dem Begriff “Honor” assoziiert, wobei Honor in ihrer Definition kein moralisches Konzept darstellen sollte. Es wird auch von einigen Historikern als Schutz verstanden und nicht in direktem Zusammenhang mit den Taten der Mafia.

Beziehung zur Gesellschaft und dem Staat

Im Verständnis dieser Beziehungen müssen die politischen und sozialen Hintergründe Italiens ab 1860 berücksichtigt werden, wenn es darum geht zu verstehen warum viele Menschen sich zu den Mafiosi bekannten. Viele ihrer Gruppen wurden von der Politik unterstützt und entwickelten einen starken Einfluss auf politische Entscheidungen.

Rechtliche Konsequenzen

Während der 1970er und 1980er Jahre trat die italienische Justiz gegen die sizilianische Cosa Nostra auf, wobei man mehrere Schlüsselerkenntnisse erhielt. Dazu gehören das Fehlen von politischen Verbindungen oder Unterstützung für Mafiengruppen und die daraus folgenden Verteilung ihrer Ressourcen.

Einfluss der globalen Wirtschaft

Die 1980er Jahre brachten eine weitere Ausweitung des organisierten Verbrechens, was durch das Aufblühen internationaler Finanzmärkte ermöglicht wurde. In dieser Zeit wurden neue Strategien eingesetzt um kriminelle Investitionen in legale Geschäfte zu verstecken.

Zukünftige Perspektiven

In Italien gibt es immer noch eine starke Präsenz von Mafiosi, aber aufgrund der Anstrengungen des Staates und den wachsende Aufmerksamkeit gegenüber dieser Form organisierten Verbrechens beginnt sich das Bild zu verändern.

Zusammenfassung

Die Mafia in Italien ist ein komplexes Phänomen, das über Jahrhunderte entwickelt wurde. Während ihrer frühesten Ausprägungen waren sie als Schutzverbände und “Gesetze der Straße” bekannt, ehe sich zu kriminellen Organisationen ausweitete. Mit der zunehmenden Industrialisierung und dem Aufstieg des italienischen Nationalstaats nutzten die Mafiosi ihre politische Stärke um immer mehr Einfluss aufzuwerten.

Anhang

Diese Übersicht soll dazu dienen, den Leser mit verschiedenen Themen zum Thema Mafia vertraut zu machen.